Kriterien zur Beurteilung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten

Kriterien zur Beurteilung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten

Anhand dieses Dokumentes können Sie sich über die Beurteilungskriterien für wissenschaftliche Abschlussarbeiten informieren, die ich bei der Begutachtung zugrunde lege. Diese Kriterien können bereits beim Schreiben der Arbeit hilfreich sein. Fragen stellen Sie bitte gerne im Gespräch mit mir als Gutachterin Ihrer Arbeit.

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PDFKriterien zur Beurteilung wissenschaftlicher Arbeiten

INHALTLICHE ASPEKTE

 

Darstellung der Problematik/ Fragestellung/ Arbeitshypothese

  • Umfassende/angemessene Darstellung des Themenkomplexes. Weshalb sind Thema und Fragestellung relevant? Weshalb sollte die Fragestellung oder Problemstellung bearbeitet werden?
  • Wird eine Fragestellung genannt und begründet? Wird sie, bzw. wie wird sie im Verlauf der Arbeit bearbeitet?
  • Wird eine Arbeitshypothese formuliert?

 

Relevanz und Zielsetzung

  • Welches Ziel verfolgt Ihre Arbeit? Welches Thema (Verortung des Titelthemas der Arbeit) bearbeiten Sie? Welchen Bezug und welche Relevanz hat das Thema zur Pädagogik als Disziplin und als Profession? In welchen Zusammenhang können Thema und Fragestellung eingeordnet werden? Welche Perspektiven gibt es auf das Thema? Auf welchen zugrundeliegenden Annahmen baut die Fragestellung auf?
  • In welcher Form wird aktuell in Medien und in der Öffentlichkeit darüber berichtet und diskutiert? Nimmt die Arbeit dazu kritisch Distanz?
  • Originalität des Themas: Wurde das Thema bereits in anderen Arbeiten behandelt? Baut die Arbeit auf dem aktuellen Stand der Forschung auf?
  • Beschreibt und begründet die Arbeit Handlungsbedarf in pädagogischen Feldern?

 

Adäquate Behandlung des Themas

  • Auswahl der Literatur: Kann die Arbeit durch die referenzierte Literatur den aktuellen Forschungsstand angemessen beschreiben?
  • Auf welche Literatur wird in der Arbeit Bezug genommen, um zu eigenen Schlussfolgerungen zu kommen? In welche Theorien und Frameworks wird die Perspektive eingeordnet?
  • Worin liegt die Eigenständigkeit der Arbeit?

 

Zusammenfassung und Ausblick

  • Das Fazit kann z.B. in Form einer ‚kritischen Würdigung‘ angefertigt werden.
  • Stellt die Zusammenfassung dar, mit welchem Thema und mit welcher Perspektive sich die Arbeit befasst hat? Welche Antwort wurde auf die gestellte Frage gefunden?
  • Reflexion der verwendeten Methode(n): War die Vorgehensweise/Methode geeignet die Frage zu beantworten? Welche Einschränkungen erkennen Sie? Was haben Sie mit Ihrer Arbeit nicht erreicht, bzw. mit der gewählten Forschungsmethode nicht erreichen können?
  • Welches Thema hat die Arbeit behandelt und zu welchen (Teil-)Ergebnissen ist sie gekommen? (Hierbei muss nicht noch einmal die gesamte Arbeit wiederholt werden - es können Schwerpunkte gesetzt werden, orientiert am abschließenden Fazit.)
  • Welche Impulse oder weiter zu bearbeitenden Fragestellungen können aus der Arbeit gewonnen werden? (Ausblick)
  • Welche Problembereiche konnten aufgezeigt werden?

 

Eigenständigkeit

  • Worin liegt der eigene Beitrag? Wird dies auch nachweislich vom Autoren/von der Autorin der Arbeit erkannt?

 

 

METHODISCHE ASPEKTE

 

Darlegung, Begründung und Reflexion der methodischen Vorgehensweise

  • Wird in der Arbeit die Vorgehensweise dargelegt? Wird die Wahl der Methode(n) begründet? Erscheint die Wahl der Methode zielführend in Bezug auf die Fragestellung?
  • Sind Aussagen und Ergebnisse nachvollziehbar? Werden Aussagen belegt (Zitate, eigene empirische Studie)?
  • Abgleich zwischen Zielsetzung und Methodik: Wie ist die Arbeit angelegt? Exploration (explorative Studie), Deskription (deskriptive Studie), Analyse (analytische empirische Studie), Evaluation (Evaluationsstudie). Je nach Zielsetzung kann ein anderes methodisches Vorgehen sinnvoll/ erforderlich sein.
    Bsp. Exploration: Literaturrecherche, systematische Auswertung von Fallbeispielen, Interviews, Beobachtungen, etc. Möchten Sie Ihre Untersuchung empirisch absichern oder möchten Sie auf der Konzeptebene analytisch-hermeneutisch arbeiten? Da die Möglichkeiten vielfältig sind, bietet es sich an, im Rahmen der Betreuung durch die/den LeserIn das methodische Vorgehen auf Basis des Exposés/ Abstracts/ Gliederung abzustimmen.

 

Art und Aufbereitung des Wissens

  • Welche Quellen nutzen Sie?
  • Sind Beschreibungen und Argumente hinreichend belegt?

 

Auswertung und Darstellung der Ergebnisse

  • Wie werden die Ergebnisse präsentiert?
  • Nach Möglichkeit strebt die Arbeit eine systematische Auswertung an – d.h. dass Sie in der Auswertung von Fallbeispielen, Projekten, usw. die gleichen Untersuchungskriterien heranziehen, um die Ergebnisse untereinander vergleichen zu können. Sollte dies nicht möglich sein, müsste dies Teil der methodischen Reflexion oder Grund für eine methodische Neuausrichtung sein.
  • Darstellungsformen: Text, Visualisierungen in Form von Diagrammen & Zeichnungen, Tabellen, Material-DVD, etc.
  • Werden die Ergebnisse in Beziehung (z.B. zu Literatur/Grundlagen) gesetzt? (i.S. des roten Fadens)

 

Qualität, Streuung und Aktualität der Literatur

  • Ist der State-of-the-Art dargelegt?
  • Auf welche Arbeiten beziehen Sie sich, welche Fragen sind methodisch schon wie bearbeitet und wie grenzen Sie sich davon ab?
  • Gibt es neuere Literatur zum Thema?
  • Sind Neuauflagen nur Nachdrucke einer alten Auflage?
  • Werden bestimmte Verfasser wiederholt in der Literatur genannt oder zitiert?
  • Auf welche Literatur /Theorien /Frameworks bezieht sich ein Werk?
  • Interdisziplinarität: Wurde das Thema aus der Perspektive einer anderen Disziplin bereits bearbeitet? (z.B. Psychologie, Soziologie, Kommunikationswissenschaft, etc.)
  • Nutzen Sie nach Möglichkeit mehrere, unterschiedliche Quellen zur Beschreibung wichtiger Begriffe oder Gegenstands-/Aufgabenbereiche ganzer wissenschaftlicher Disziplinen. Sofern Ihnen nur wenige oder eine Quelle zur Verfügung steht, begründen Sie ggf. warum Sie sich schwerpunktmäßig auf diese stütz

 

Logische Abfolge, roter Faden

  • Wenn Sie das Gefühl haben sich beim Schreiben zu wiederholen oder nicht sicher sind, wann Sie eine Aussage präsentieren möchten, so kann dies bedeuten, dass Sie den roten Faden noch nicht klar haben. Brechen Sie Ihre Arbeit in Kapitel herunter (in Büchern zum Thema wissenschaftliche Abschlussarbeiten und in Besprechungen mit der Betreuerin erhalten Sie Hinweise dazu). Beginnen Sie jedes Kapitel mit wenigen Sätzen, in denen Sie für sich selbst und den/die potentielle/n Leser/in beschreiben, welche Relevanz dieses Kapitel im Rahmen der gesamten Arbeit hat und was das Kapitel leisten soll.
  • Insbesondere in der Abschlussphase des Schreibprozesses, in der Sie das Fazit und die Einleitung schreiben, ist die Möglichkeit gegeben, einen inhaltlichen roten Faden in der Arbeit zu verankern.

 

Eigenständigkeit (methodisch)

  • Sind Forschungsanliegen und Methodik aufeinander abgestimmt?
  • Werden Erkenntnisprozess und das methodische Vorgehen reflektiert?

 

 

FORMALE ASPEKTE

Anm.: Über die formalen Aspekte der Anfertigung der Diplomarbeit lassen sich bereits mehrere Anleitungen und Merkblätter am Institut auf den Seiten von Frau Prof. Dr. Brouër (http://www.uni-kiel.de/paedagogik/brouer/pruefungen.html , Stand: 25.07.2012) und Herrn Prof. Dr. Sielert (http://www.sielert.uni-kiel.de/studium/studienhilfen.htm , Stand: 25.07.2012) finden. Die folgenden Ausführungen ergänzen die bestehenden Infomaterialien.

Gliederung

  • Aufbereitung der Gliederung: Abstände, Formatierung der Schrift, Formulierung der Gliederungspunkte
  • Ergeben sich stimmige Sinneinheiten? (Bsp. macht es wenig Sinn, einen Gliederungspunkt mit nur einem Unterpunkt zu versehen)

 

Sprachliche Aspekte

  • Der sprachliche Stil einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit ist weitestgehend sachlich neutral
  • Ironie und Sarkasmus gehören eher in eine Glosse oder andere Formen der satirischen Meinungsäußerung und sind im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit nicht angemessen.

 

Layout

  • lesbar und übersichtlich
  • siehe vorhandenes Infomaterial

 

Zitation/ Literatur- und Abbildungsverzeichnis

  • Wurde ein Zitierstil gewählt? Wird dieser durchgehend einheitlich verwendet?