ÜBERLEGUNGEN

(August 2020). Nach einem Semester der online Lehre frage ich mich mehr und mehr, wie unsere Studierenden über Technologien sichtbar werden und in Erscheinung treten können. Diese Formen sind durch Designentscheidungen der spezifischen Tools mitbestimmt: Wie alle Beteiligen wahrnehmbar und adressierbar werden. Wo liegen die ästhetischen Grenzen der Form der Digitalisierung und Datafizierung, die jeweils implementiert wird? Digitalisierung ist keineswegs so widerspruchsfrei und einheitlich wie sie oft dargestellt wird.

Meine Sorge ist, dass Studium bzw. Studieren unsichtbar wird. Dass zwei Semester der online Lehre performativ wirken weit über die Lehrveranstaltungen hinaus. Ist Studieren eine Lebenphase? Eine Veränderung des eigenen in-der-Welt-Seins mit allen sozialen, epistemischen und pragmatischen Aspekten? Oder sprechen wir ausschliesslich von online Lehrveranstaltungen? Werden diese so flexibel und mobil, dass es Studierenden überlassen bleibt, wie sie diese in einen Alltag integrieren, der zunehmend durch andere Anforderungen strukturiert wird? Wird Studieren flexibel und gleichzeitig unsichtbar?